Dienstwagensteuer auf dem Prüfstand: lieber nichts ändern

Rabatte werden bei der Ein-Prozent-Regelung für die private Dienstwagennutzung nicht berücksichtigt. Dies und die Tatsache, dass vor allem bei Gebrauchtwagen der steuerpflichtige „geldwerte Vorteil“ viel zu hoch sei, wird immer wider bemängelt. Nun wird sich erstmals der Bundesfinanzhof, das oberste deutsche Steuergericht, mit dem Thema beschäftigen (Az VI R 51/11).
Zuvor hatte allerdings schon das Finanzgericht Niedersachsen erklärt, dass es trotz allerlei systematischer Mängel bei der Ein-Prozent-Regel das gute Recht des Gesetz¬gebers sei, vieles über einen Kamm zu scheren. Der Gesetzgeber sei nicht verpflichtet, die gesetzliche Regelung zu ändern. Selbst dann nicht, wenn kaum ein Auto noch zum offiziellen Bruttolistenneupreis verkauft werde.

Mein Rat: Auch wenn einige „Steuer-Revolverblätter“ dazu raten, nun kategorisch bei allen Mitarbeitern und beim Chef selber die Bemessungsgrundlage für die Ein-Prozent-Regelung gleich einmal um 20 Prozent zu reduzieren, so rate ich dringend davon ab. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Bundesfinanzhof die Sache ähnlich sehen und keinen Änderungsbedarf bei dieser Regelung finden.

Risiko: Wer nun vorprescht und auf eigene Faust die Ein-Prozent-Regel niedriger ansetzt, wird im Zweifel selber für Nachzahlungen haften müssen. Wenn sich einer Ihrer Arbeitnehmer gegen die Ein-Prozent-Regel wehren will, kann er ja Einspruch gegen seinen privaten Einkommensteuerbescheid einlegen.
Fazit: Viel Lärm um nichts, die Ein-Prozent-Regel wird wahrscheinlich unverändert so fortbestehen bleiben.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Pasing