Finger weg von Geschlossenen Fonds – und zwar von allen

In Deutschland darf ein Anlagemodell an Privatleute verkauft werden, das in vielen anderen Ländern für den öffentlichen Vertrieb verboten ist: geschlossene Fonds.

Diese heißen so, weil nach dem vollständigen Verkauf der Geschäftsanteile ein weiterer Eintritt von Gesellschaftern nicht mehr möglich ist, und für die bereits eingetretenen Gesellschafter auch kein Austritt mehr. Die Anteile sind bis zur Abwicklung 20 oder 30 Jahre später unverkäuflich, das Geld steckt fest.

In den achtziger Jahren investierten die geschlossenen Fonds meist in Wohnungsmodernisierungen in West-Berlin, in den neunziger Jahren waren es Ost-Immobilien und in den letzten zehn Jahren ging es hauptsächlich um Schiffe, Kinofilme und Windparks.

Drei Gründe, warum ich von allen Geschlossenen Fonds abrate:

  1. Die maximal mögliche Rendite (oft genug kommt es ohnehin zu gar keiner) ist in Anbetracht des massiven Risikos viel zu niedrig.
  2. Geschlossene Fonds sind meistens mit überzogenen „weichen Kosten“ für Vertrieb, Kreditbeschaffung, Platzierungsgarantie usw. überfrachtet.
  3. Die Immobilien/Windräder/Schiffe im Besitz des Fonds werden vorher in aller Regel über mehrere Zwischengesellschaften durchgehandelt, wo die Anbieter des Fonds zuvor jedes Mal mitverdienen. Durch die derart überhöhten Einstandspreise sind Verluste für die Anleger programmiert.

Fazit: Selbst wenn jeder zehnte Geschlossene Fonds unerwartet ein Erfolg wird, ändert das nichts daran, dass die Masse der Geschlossenen Fonds nicht zu empfehlen sind. Oder würden Sie mit einer Fluggesellschaft fliegen, bei der immerhin jedes zehnte Flugzeug nicht abstürzt?

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Pasing