Dienstwagensteuer auf dem Prüfstand: lieber nichts ändern

Rabatte werden bei der Ein-Prozent-Regelung für die private Dienstwagennutzung nicht berücksichtigt. Dies und die Tatsache, dass vor allem bei Gebrauchtwagen der steuerpflichtige „geldwerte Vorteil“ viel zu hoch sei, wird immer wider bemängelt. Nun wird sich erstmals der Bundesfinanzhof, das oberste deutsche Steuergericht, mit dem Thema beschäftigen (Az VI R 51/11).
Zuvor hatte allerdings schon das Finanzgericht Niedersachsen erklärt, dass es trotz allerlei systematischer Mängel bei der Ein-Prozent-Regel das gute Recht des Gesetz¬gebers sei, vieles über einen Kamm zu scheren. Der Gesetzgeber sei nicht verpflichtet, die gesetzliche Regelung zu ändern. Selbst dann nicht, wenn kaum ein Auto noch zum offiziellen Bruttolistenneupreis verkauft werde.

Mein Rat: Auch wenn einige „Steuer-Revolverblätter“ dazu raten, nun kategorisch bei allen Mitarbeitern und beim Chef selber die Bemessungsgrundlage für die Ein-Prozent-Regelung gleich einmal um 20 Prozent zu reduzieren, so rate ich dringend davon ab. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Bundesfinanzhof die Sache ähnlich sehen und keinen Änderungsbedarf bei dieser Regelung finden.

Risiko: Wer nun vorprescht und auf eigene Faust die Ein-Prozent-Regel niedriger ansetzt, wird im Zweifel selber für Nachzahlungen haften müssen. Wenn sich einer Ihrer Arbeitnehmer gegen die Ein-Prozent-Regel wehren will, kann er ja Einspruch gegen seinen privaten Einkommensteuerbescheid einlegen.
Fazit: Viel Lärm um nichts, die Ein-Prozent-Regel wird wahrscheinlich unverändert so fortbestehen bleiben.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Pasing

Smartphone – attraktives Goody oder üble Steuerfalle?

Smartphones sind gerade für junge Leute heutzutage geradezu unverzivhtbar. Also ein cleverer Ansatz für Firmenchefs, fleißige Mitarbeiter mit wenig Abgabenbelastung zu motivieren. Grundsätzlich hat man zwei Möglich¬keiten: Verleihen oder verschenken – was ist besser?

Vorteile beim Verleihen des Smartphones:

1. Ihr Betrieb hat den vollen Vorsteuerabzug.
2. Es fällt keine Lohnsteuer auf die Überlassung an.
3. Sie können auch noch – wenn Sie wollen – die Mobilfunkrechnung bezahlen. Ein weiterer steuerfreier Vorteil für den Mitarbeiter.

Was ist, wenn der Mitarbeiter das Gerät geschenkt haben will? Dann müssen Sie den Vorsteuerabzug im Endergebnis wieder rückgängig machen und auf den Bruttowert 25 Prozent Pauschalsteuer abführen. (§ 40 Abs. 2 Nr. 5 EStG)

Hinweis für Ihr Lohnbüro: Laut Lohnsteuerrichtlinien gilt als „PC“ jedes internetfähige Gerät, denn dort heißt es: „Telekommunikationsgeräte, die (…) nicht für die Internetnutzung verwendet werden können, sind von der Pauschalierung ausgeschlossen.“ (R 40.2 Absatz 5 Satz 4 LStR). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Telekommunikationsgeräte, die (…) für die Internetnutzung verwendet werden können, von der Pauschalierung nicht ausgeschlossen sind.

Nachteil beim Verschenken: Im Ergebnis kein Vorsteuerabzug und zusätzlich auch noch 25 Prozent Pauschalsteuer.

Vorteil (je nachdem, wie man es sieht): Sie haben nichts mehr mit den Mobilfunkrechnungen zu tun.

Nachteil (je nachdem, wie man es sieht):
Die Möglichkeit als zusätzliches „Goody“ auch noch die monatliche Rechnung steuerfrei zu bezahlen, entfällt. Denn die Steuerfreiheit tritt nur ein, falls ein „betriebliches“ Gerät überlassen wird. Ein Gerät, das Sie dem Mitarbeiter geschenkt haben, ist aber sein privates und kein „betriebliches“ Gerät mehr. Sie können dann die Mobilfunkrechnung nicht mehr steuerfrei übernehmen.

Ihr Steuerberater für Puchheim,
Alfred Gesierich