Was Sie bei kurzfristigen Beschäftigungen beachten sollten

Wenn jemand „nicht berufsmäßig“ maximal 50 Arbeitstage arbeitet, ist diese Beschäftigung sozialversicherungsfrei. Hier gelten jedoch zahlreiche Besonderheiten.
Beschäftigung über den Jahreswechsel: Eine getrennte Betrachtung von Kalenderjahren findet nicht statt. Beispiel: Eine Hausfrau arbeitet (von vornherein befristet) vom 15. November 2012 bis zum 15. Februar 2013 als Kellnerin. Obwohl sie sowohl in 2012, als auch in 2013 die Zweimonatsgrenze unterschreitet, liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor.

Prüfung der Berufsmäßigkeit: Die kurzfristige Beschäftigung ist nur dann sozialversicherungsfrei, wenn sie „nicht berufsmäßig“ ausgeübt wird. Unter diesen Begriff fallen in aller Regel Hausfrauen, Rentner, Schüler und Studenten. Nicht jedoch Arbeitslose. Normale Arbeitnehmer können in einem nur gelegentlich ausgeübten Nebenjob durchaus „nicht berufsmäßig“ beschäftigt sein.

Beispiel: Ein vollzeitbeschäftigter Verkäufer arbeitet im Juli und August (Tätigkeit von vorn herein befristet) nebenberuflich abends sowie Samstag/ Sonntag in einem Biergarten und verdient dort ca. 1.500 Euro im Monat. Ergebnis: Nicht berufsmäßig, daher sozialversicherungsfrei.

Zwei Monate oder 50 Arbeitstage? Der Zweimonatszeitraum ist maßgeblich, wenn mindestens fünf Tage pro Woche gearbeitet werden, wird weniger als fünf Tage pro Woche gearbeitet, müssen die 50 Tage zusammengerechnet werden.
Maximal ein Jahr Befristung möglich: Die 50 Tage können auf ein ganzes Jahr verteilt werden, um so Sozialversicherungsfreiheit zu erreichen. Beispiel: Eine Hausfrau arbeitet jeden Samstag (außer Ostern und Pfingsten) in einem Gasthaus, also 50 Tage im Jahr. Vorsicht: Wenn diese Beschäftigung sich über einen längeren Zeitraum ständig wiederholen soll, wird sie regelmäßig ausgeübt und ist sozialversicherungspflichtig. Nur wenn sie von vorn herein auf (maximal) ein Jahr befristet ist und anschließend auch nicht verlängert wird, ist das als kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung möglich.

Wechsel von Minijob zu kurzfristiger Beschäftigung und zurück? Hier gehen die Sozialversicherungsträger (widerlegbar) davon aus, dass es sich um die Fortsetzung einer Dauerbeschäftigung handelt mit der Folge, dass die 400-Euro-Grenze überschritten wird und Sozialversicherungspflicht eintritt.

Beispiel: Studentin Susi arbeitet während des Semesters auf 400-Euro-Basis bei einem Supermarkt und Juli/August Vollzeit. Anschließend wechselt sie wieder in einen Minijob. Es handelt sich um ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis mit dem Ergebnis, dass Juli und August die 400-Euro-Grenze überschritten ist und Sozialversicherungspflicht eintritt. Gegenbeispiel: Stefan macht Führungen durch die BMW-Welt auf 400-Euro-Basis und arbeitet Juli/August Vollzeit in der BMW-Fabrik. Ab September macht er wieder seine Führungen auf 400-Euro-Basis. Zwei völlig getrennte Arbeitsverhält¬nisse, so dass die zweimonatige Arbeit in der Fabrik eine kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für München-Pasing

Reichen PDF-Bankkontoauszüge für Ihre Buchhaltung?

Rechnungen per PDF sind seit Juli 2011 „erlaubt“ – wie sieht es aber mit Kontoauszügen als PDF-Datei aus? Die Finanzverwaltung ist hier (immer noch) der Meinung, dass das Herunterladen und Abspeichern von PDF-Auszügen nicht ausreichend ist im Sinne der „Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung“ (Bayerisches Landesamt für Steuern, 28.07.10, Az. S 0317.1.1 – 3/1 St 42).

Angeblich soll bei PDF-Dateien „eine leichte und nicht mehr vollziehbare Änderung des Inhaltes möglich“ sein. Ob das stimmt, lassen wir einmal dahingestellt.

Drei Strategien, um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden:

1. Sie verlangen von Ihrer Bank weiterhin Papierkontoauszüge oder

2. Sie verlangen digital signierte elektronische Kontoauszüge oder

3. Sie lassen sich von der Bank garantieren, dass sie während der gesamten zehnjährigen Aufbewahrungsfrist auf Wunsch jederzeit „echte“ Papier-Kontoauszüge bereitstellen kann. In diesem Fall reichen Ihnen dann doch ganz normale PDF-Kontoauszüge – bis ein Betriebsprüfer etwas anderes verlangt (was unserer Erfahrung nach eher selten vorkommt).

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für München-Pasing